Longest Ride: Antonia und Laura auf 23.000 Kilometer von Ushuaia nach Alaska

28. Oktober 2025 | 19:44 Uhr

Antonia und Laura haben sich einen Traum erfüllt: 23.000 Kilometer mit dem Rad von Ushuaia nach Alaska – quer durch Süd-, Mittel- und Nordamerika. (c) Longest Ride

Von Ushuaia bis Alaska – Antonia und Laura sind im Oktober 2022 zu ihrer „Longest Ride“-Bikepacking-Tour aufgebrochen. Das Ziel: rund 23.000 Kilometer quer durch die amerikanischen Kontinente. Was nach einem Lebenstraum klingt, haben die beiden einfach gemacht – mit Zelt, Kamera und großen Herzen. Ihre Reise war auch ein Spendenprojekt: Für jede Etappe sammelten sie Gelder für World Bicycle Relief – und haben damit nicht nur sich selbst, sondern auch andere mobil gemacht.

Antonia und Laura sind Freundinnen, Studienkolleginnen – und spätestens seit Oktober 2022 auch ein eingespieltes Radreise-Duo. Ein Jahr lang haben sie sich durch Wüsten, Dschungel, Städte, Schneestürme und über Vulkane gekämpft – mit Muskelkraft, Mut und ganz viel Miteinander. Kennengelernt haben sich die beiden 2016 im Geographiestudium in Göttingen, vier Jahre WG inklusive. Kleine Radtouren gehörten schon immer zu ihrem Alltag – doch dann kam dieser eine Abend, an dem Antonia in die Küche kam und fragte: „Lust auf eine richtig lange Reise?“ Laura zögerte keine Sekunde. Die Panamericana schien perfekt: Eine Straße, ein Traum – und eine Grenzerfahrung, körperlich wie mental. Sie buchten den Flug nach Argentinien – ein Jahr im Voraus. Damit war klar: Es gibt kein Zurück. Und genau diesen Trick empfehlen sie bis heute weiter. Denn manchmal muss man Dinge einfach tun, bevor der Zweifel kommt.

Mit leichtem Bikepacking-Set-up und minimalistischer Ausrüstung ging es los: Zelt, Topf, Drohne, Hundequartett. Der Alltag bestand aus Fahren, Finden, Fragen. Wo schlafen wir heute? Wo gibt’s was zu essen? Gibt’s eine Dusche? Aber es waren vor allem die Begegnungen, die die Reise zu etwas Besonderem gemacht haben: Gastfreundschaft in Mexiko, eine Nacht im peruanischen Klassenzimmer, Kaffee mit Feuerwehrleuten, Frühstücksbuffets in Luxushotels. Und da war Luis, über 60, mit Bierbauch und Kippe gestartet – und Monate später so fit wie nie. „Mit der richtigen Motivation geht alles“, sagte er. Und Antonia und Laura glaubten ihm. Die größte mentale Herausforderung? Nicht der Regen. Nicht die Berge. Es war der Wind in Patagonien – unaufhörlich, brutal, zermürbend. Aber selbst der wurde irgendwie überstanden. Denn: „Nach jedem Tief kommt ein Hoch. Und manchmal hilft auch einfach eine Runde Hundequartett.“

Ihr Ziel war nie, einen Rekord aufzustellen. Sondern ein Zeichen zu setzen. Für Frauen auf dem Rad, für Mut und für unabhängige Mobilität. Und für eine gemeinnützige Organisation, die ihnen besonders am Herzen liegt: World Bicycle Relief. Das ursprüngliche Ziel – 15 Fahrräder als Spende – wurde schnell übertroffen. Am Ende kamen über 25.000 Euro zusammen, genug für rund 170 Fahrräder. In Kolumbien konnten sie sogar eines der Räder selbst testen. Ein Moment, der bleibt. Konflikte unterwegs gab es keine, denn Antonia und Laura kannten sich gut und vertrauten einander. Sie wussten: Freundschaft auf engem Raum funktioniert nur mit Respekt, Offenheit und kleinen Rückzugsorten. Zwei Zelte halfen dabei ebenso wie das ungesagte Verständnis füreinander. Jede durfte mal leise sein, jede durfte mal laut denken. Am Ende waren es nicht nur die großen Ziele, die zählten – sondern auch all die kleinen Zwischenstopps, persönlichen Etappen und Träume, die unterwegs gewachsen sind. Heute lebt Laura in Chile, Antonia plant bereits das nächste große Abenteuer. Denn eines ist klar: Der Longest Ride war kein Abschluss – sondern der Anfang von vielem.

Wer die beiden live erleben will: Antonia und Laura sprechen auf der TC Touristik & Caravaning in Leipzig am Samstag, den 22. November 2025, 15.20-16.00 Uhr auf der TC-Bühne in Halle 4 über ihre Reise, ihre Erlebnisse – und darüber, was es braucht, um einfach loszufahren.

Das Könnte dich auch interessieren

WE RIDE GmbH
Gießerstraße 18

04229 Leipzig

magnifiercrossarrow-up