12. Dezember 2025 | 15:55 Uhr

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) hat am 9. Dezember drei innovative Projekte mit dem DVR Vision Zero Award ausgezeichnet. Der Preis würdigt herausragende Initiativen, die einen wirksamen Beitrag zur Vision Zero leisten – dem Ziel, die Zahl der im Straßenverkehr getöteten und schwerverletzten Menschen auf null zu senken. Die begehrten Vision Zero-Trophäen wurden ebenso vergeben wie Preisgelder in Höhe von insgesamt 9.000 Euro. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Veranstaltung „DVR Arena“ in der Wartehalle Berlin statt. Nach seiner Premiere 2024 wurde der DVR Vision Zero Award zum zweiten Mal verliehen.
Hauptpreis: Fraunhofer Accident Prevention School
Der mit 5.000 Euro dotierte Hauptpreis ging an die Fraunhofer Accident Prevention School (FAPS) in Dresden. Das 2020 initiierte Projekt des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme vermittelt Jugendlichen, die in der Verkehrsbildung derzeit kaum repräsentiert sind, Wissen über unfallspezifische Zusammenhänge. Dabei werden Unfalldaten, moderne Technik und pädagogische Methoden kombiniert. Mit Virtual-Reality-Brillen erleben Schülerinnen und Schüler im Alter von 13 bis 15 Jahren reale Unfallszenarien aus der Perspektive verschiedener Verkehrsteilnehmender. Anschließend analysieren sie Unfallursachen und entwickeln Lösungsansätze – basierend auf Unfalldaten aus ihrem eigenen Schulumfeld.
Manfred Wirsch, Präsident des DVR und Mitglied der Preisjury, betont: „Die Fraunhofer Accident Prevention School macht aus Verkehrserziehung einen aktiven Lernprozess. Jugendliche erleben nicht nur, wie ein Unfall entsteht – sie verstehen ihn. Genau dieses Verständnis schafft wirksame Prävention.“
Zweiter Platz: Kinderverkehrsgarten „Immer oben auf“
Der mit 3.000 Euro dotierte zweite Platz ging an den Kinderverkehrsgarten „Immer oben auf“ in Mönchengladbach. Das 2022 initiierte Projekt bietet Kita- und Vorschulkindern zwischen zwei und sechs Jahren einen sicheren Ort, um spielerisch und realitätsnah den Straßenverkehr kennenzulernen. Unter geschulter Aufsicht lernen die Kinder, sich im Verkehr zu orientieren, Gefahren einzuschätzen und selbstständig Entscheidungen zu treffen.
Christiane Leonard, Vizepräsidentin des DVR und Mitglied der Jury, sagt: „Der Kinderverkehrsgarten setzt neue Maßstäbe für frühe Verkehrserziehung. Er vermittelt Kindern Sicherheit und Orientierung – Fähigkeiten, die sie auf ihrem Weg zu selbstständigen Verkehrsteilnehmenden dringend brauchen.“
Dritter Platz: „Radfahrtraining für Migrantinnen“
Der mit 1.000 Euro dotierte dritte Platz ging an das Projekt „Radfahrtraining für Migrantinnen“, das seit 2013 von der Verkehrswacht Kreis Kleve in Kooperation mit der Stadt Goch durchgeführt wird. In acht- bis zehnwöchigen Kursen lernen die Teilnehmerinnen grundlegende Radfahrtechniken, die Regeln der Straßenverkehrsordnung und sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Bis heute haben mehr als 200 Frauen durch das Radfahrtraining ihre Mobilität verbessert und zugleich neue Selbstständigkeit gewonnen.
Kurt Bodewig, Vizepräsident des DVR und Mitglied der Jury, erklärt: „Das Radfahrtraining für Migrantinnen eröffnet Frauen Mobilität – und damit neue Möglichkeiten für einen selbstbestimmten Alltag. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie praktische Verkehrssicherheitsarbeit gesellschaftliche Teilhabe stärken kann.“
- Vision Zero Award verliehen
- Preisgelder in Höhe von insgesamt 9.000 Euro
WE RIDE GmbH
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