04. August 2025 | 13:57 Uhr

Nach Jahren mit starkem Wachstum, aber auch deutlichen Rückschlägen ist der deutsche Fahrradmarkt 2025 dabei, sich zu stabilisieren. Besonders im sportlichen Segment – Rennrad, Gravel, hochwertige Bikes ohne Motor – zeichnet sich eine positive Entwicklung ab. Die neusten Marktdaten des ZIV (Zweirad-Industrie-Verband) liefern aktuelle Einblicke: Absatz, Bestände, Trends und Prognosen. WE RIDE News fasst zusammen, wie Rennräder heute das Lifestyle-Signal sind und warum sie in den nächsten Jahren eine noch wichtigere Rolle spielen könnten.
Im ersten Quartal 2025 wurden rund 885.000 Fahrräder und E-Bikes verkauft. Das entspricht einem Plus von etwa 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Nicht-motorisierte Fahrräder legten um 10 Prozent auf 385.000 Stück zu, E-Bikes um 11 Prozent auf rund 500.000 Stück. Besonders das sportliche Segment profitierte vom frühen Saisonstart.
Im Jahr 2024 wurden in Deutschland rund 3,85 Millionen Fahrräder und E-Bikes verkauft – ein Rückgang von 2,5 Prozent im Vergleich zu 2023. Trotz des Einbruchs konnte sich das sportliche Segment stabil behaupten.
Sportliche Fahrräder wie Rennräder, Gravelbikes und MTBs machten 2024 14,5 Prozent des Marktes bei Fahrrädern ohne Motor aus (2023: 13,5 Prozent). Allein Gravelbikes kamen auf etwa 6,5 Prozent, Rennräder auf rund 5 Prozent. Damit wächst der sportliche Bereich kontinuierlich.
In Deutschland sind aktuell rund 89 Millionen Fahrräder und E-Bikes im Umlauf, darunter etwa 15,7 Millionen E-Bikes. Gleichzeitig geht der ZIV von einer deutlich höheren Lebensdauer aus: E-Bikes halten inzwischen im Schnitt 8 bis 9 Jahre statt wie früher nur 4 bis 5 Jahre. Das macht Investitionen nachhaltiger und stärkt das Vertrauen in Premiumprodukte.
Die Fahrradproduktion in Deutschland ist 2024 zurückgegangen: E-Bikes um rund 15 Prozent, unmotorisierte Räder um knapp 12 Prozent. Gleichzeitig wurden die hohen Lagerbestände der letzten Jahre deutlich reduziert. Für den Markt bedeutet das: weniger Preisdruck, mehr Stabilität für Hersteller und Händler.
Der Durchschnittspreis für ein E-Bike lag 2024 bei etwa 2.650 Euro. Fahrräder ohne Motor kosteten im Schnitt zwischen 500 und 600 Euro, wobei Premiumsegmente wie Rennrad und Gravel deutlich darüber liegen. Für diese Zielgruppe zählt Qualität stärker als der Durchschnittspreis – trotzdem bleibt Preissensibilität im Markt spürbar.
Der Rennrad-Boom ist kein kurzfristiges Phänomen, sondern entwickelt sich zu einer stabilen Größe im Markt. Während die Gesamtzahlen schwanken, zeigt das sportliche Segment klare Stärke. Rennräder und Gravelbikes sind heute mehr denn je Ausdruck von Lifestyle und Qualität. Für Hersteller, Händler und die Community heißt das: 2025 ist der richtige Zeitpunkt, um Identität, Beratung und Qualität in den Vordergrund zu rücken.
- Rennrad & Gravel wachsen stabil: Sportbikes steigern ihren Marktanteil auf 14,5 % – Rennrad und Gravel sind kein Nischenthema mehr.
- Markt stabilisiert sich: Q1/2025 bringt ein Absatzplus von 10 %, Lagerbestände sind abgebaut, Preisdruck lässt nach.
- Ausblick 2026: Premiumsegmente gewinnen weiter, Rabatte gehen zurück – Nachhaltigkeit und Langlebigkeit werden entscheidende Verkaufsargumente.
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