27. April 2026 | 12:36 Uhr

Verbände wollen Rechtsrahmen für Schwerlastenräder verbessern

von Lorenz Oberdoerster

Im Zuge der am Wochenende stattgefundenen internationale Spezialradmesse SPEZI in Freiburg, auf der eine große Bandbreite von Fahrrädern und E-Bikes jenseits des klassischen Diamant-Rahmens präsentiert wurden - darunter E-Lastenräder aller Größen, auch so genannte Schwerlastenräder - kündigten die Branchenverbände ZIV - Die Fahrradindustrie, Zukunft Fahrrad und der Radlogistikverband Deutschland (RLVD) einen gemeinsamen Vorschlag an, wie schwere E-Lastenräder zukünftig besser europäisch reguliert werden könnten:

ZIV - Die Fahrradindustrie, Zukunft Fahrrad und Radlogistikverband Deutschland (RLVD) vertreten gemeinsam die Position, dass Fahrzeuge nach EN 17860-4 (schwere, mehrspurige Lastenräder) die fahrradrechtlichen Privilegien behalten müssen: Sie dürfen auf geeigneten Radwegen fahren, benötigen keinen Führerschein, kein Versicherungskennzeichen und keine Typgenehmigung. Diese Privilegien sind eine wesentliche Grundlage für den erfolgreichen Einsatz dieser Fahrzeuge.

Vor dem Hintergrund eines dynamisch wachsenden und innovativen Ökosystems von Herstellern und Komponentenanbietern setzen sich die Verbände für klare und verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen ein, die langfristige Planungssicherheit bieten und Innovation fördern.

Der ZIV - Die Fahrradindustrie hat im April 2025 die Position "E-Bike - aktive Mobilität als Erfolgsfaktor" für Elektrofahrräder bis 300kg Gesamtgewicht veröffentlicht, dazu ist eine konstruktive Debatte zwischen den Verbänden entstanden. Jetzt wollen ZIV - Die Fahrradindustrie, Zukunft Fahrrad und RLVD zusammen einen Vorschlag erarbeiten, wie Fahrzeuge nach EN 17860-4 (schwere, mehrspurige Lastenfahrräder) regulatorisch klar und nachvollziehbar innerhalb der EU-Regulierung eingeordnet werden können – einschließlich der Frage, ob eine eigenständige Unterkategorie innerhalb des bestehenden Rechtsrahmens sinnvoll zur Abbildung dieser Fahrzeugklasse beitragen kann.

Die Verbände sehen in diesem gemeinsamen Ansatz einen wichtigen Schritt, diese Fahrzeuge für die Radlogistik und anderen Nutzungen dauerhaft in einem geeigneten, durchsetzbaren und zukunftsfähigen europäischen Rechtsrahmen zu verankern.

Mit dieser Initiative setzen ZIV - Die Fahrradindustrie, Zukunft Fahrrad und RLVD ein sichtbares Zeichen für konstruktive Zusammenarbeit und die gemeinsame Entwicklung praxisnaher Lösungen.

Deine Takeaways

Heavy Duty Cargobikes oder Schwerlastenräder (schwerer, mehrspurige Lastenräder) sollen ihr fahrradrechtlichen Privilegien behalten.

Der gemeinsame Vorschlag soll mit anderen Verbänden auf deutscher und europäischer Ebene konsultiert und in den anstehenden EU-Gesetzgebungsprozess zu einer „Personal Mobility Device Regulation“ eingebracht werden.

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