
Wer eine Stadt wirklich kennenlernen will, tut das am besten auf dem Rad. Kein Stau, kein Parkplatzsuchen, kein Takt der öffentlichen Verkehrsmittel. Einfach losfahren, abbiegen, ankommen – und nebenbei mehr für die eigene Gesundheit tun als im Touri-Bus. Für TouristInnen, aber auch für PendlerInnen, die spontan auf zwei Rädern unterwegs sein möchten, ist ein gut ausgebautes Mietradnetz oft der entscheidende Faktor: Wer in Laufweite ein Leihrad findet, nutzt es. Wer erst danach suchen muss, lässt es meistens sein.
Doch wie dicht ist das Mietradangebot in deutschen Großstädten wirklich? Um das zu beantworten, hat der Gesundheits- und Wellnessreiseveranstalter Fit Reisen über 6.000 Einträge aus Google Maps und dem Branchenbuch Gelbe Seiten in den 80 größten deutschen Städten analysiert – von Bikesharing-Anbietern wie nextbike oder StadtRAD bis hin zu klassischen Fahrradverleihen für stunden- oder tageweise Anmietung. Um die Städte fair vergleichen zu können, wurde die Anzahl der Standorte in Relation zur Stadtfläche gesetzt. Denn als TouristIn oder PendlerIn zählt nicht das Gesamt-Angebot, sondern wie schnell man in der unmittelbaren Umgebung ein Rad findet.
Die Analyse zur Mietrad-Dichte in Deutschland zeigt, dass Frankfurt am Main und Hannover die Spitzenplätze belegen. Frankfurt führt das Ranking mit 2,23 Mietradangeboten pro Quadratkilometer an, gefolgt von Hannover mit 2,14 Angeboten. Diese Ergebnisse stammen aus einer Untersuchung von Fit Reisen, die über 6.000 Einträge aus Google Maps und Gelben Seiten in den 80 größten deutschen Städten ausgewertet hat.
In der Analyse wurden die Mietradangebote in Relation zur Stadtfläche gesetzt, um eine faire Vergleichsbasis zu schaffen. Nur vier Städte überschreiten die Ein-Angebot-Marke: Neben Frankfurt und Hannover sind dies Köln mit 1,39 und München mit 1,20 Angeboten pro Quadratkilometer. Berlin hat zwar die meisten Standorte mit 778, erreicht jedoch nur 0,87 Angebote pro Quadratkilometer und belegt damit den siebten Platz.
Die Untersuchung zeigt auch ein deutliches Ost-West-Gefälle. Ostdeutsche Großstädte kommen im Schnitt auf rund 0,08 Mietangebote pro Quadratkilometer, während westdeutsche Städte etwa 0,25 erreichen. Fünf Städte, darunter Hagen und Solingen, haben überhaupt keine erfassten Mietradstandorte. Dies verdeutlicht die regionalen Unterschiede in der Verfügbarkeit von Leihrädern.
Die Ergebnisse der Studie könnten Auswirkungen auf die zukünftige Stadtplanung und die Förderung von Fahrradinfrastruktur haben. Städte wie Frankfurt und Hannover, die bereits in die Radinfrastruktur investiert haben, könnten als Vorbilder dienen. Die Analyse hebt hervor, dass ein gut ausgebautes Mietradnetz entscheidend für die Nutzung von Leihrädern ist, insbesondere für Touristen und Pendler.
Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:
- Frankfurt führt mit 2,23 Angeboten pro km²
- Hannover folgt mit 2,14 Angeboten pro km²
- Ostdeutsche Städte haben geringere Mietrad-Dichte
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