06. Oktober 2025 | 14:53 Uhr

AfricroozE: Wenn ein E-Bike mehr ist als nur ein Rad
In Uganda und anderen afrikanischen Ländern verändern Pedelecs das Leben von Frauen. Sie schenken Zeit, Selbstbestimmung – und manchmal auch ein Stück Zukunft.
E-Bikes sind längst mehr als ein urbanes Trendthema. In vielen Regionen Afrikas sind sie ein Werkzeug für Unabhängigkeit – vor allem für Frauen. Das Projekt AfricroozE, getragen von der deutschen NGO Eurist e.V. und der First African Bicycle Information Organization (FABIO), bringt seit einigen Jahren Pedelecs in ländliche Regionen. Über 300 E-Bikes sind bereits im Einsatz – und jede Fahrt schreibt eine Geschichte von Selbstbestimmung. *1
Für viele Frauen bedeutet ein E-Bike ein radikaler Wandel im Alltag: weniger Zeit auf kilometerlangen Fußmärschen, mehr Energie für Familie, Landwirtschaft oder ein eigenes Geschäft. Mobilität wird zur Chance – und zu einer neuen Rolle in Familie und Gemeinschaft.
Ein Beispiel dafür ist Mary Akello, Bäuerin aus der Nähe von Kampala. Vor dem E-Bike trug sie schwere Lasten kilometerweit zu Fuß, kehrte erschöpft heim, und hatte kaum Energie für ihre Kinder. Heute nutzt sie ihr E-Bike, um Ernten zum Markt zu transportieren – schneller, effizienter und mit neuer Kraft. Der Zeitgewinn fließt direkt in den Familienalltag und in ihr kleines Geschäft. *2
Die AfricroozE-Bikes sind speziell auf die Bedingungen vor Ort angepasst: Sie tragen Lasten bis zu 150 kg, verfügen über eine Reichweite von 30 bis 50 Kilometern und lassen sich an Solarladestationen aufladen. Wartung und Reparaturen werden durch lokale Werkstätten möglich, die gleichzeitig neue Jobs schaffen. *3
Doch das Projekt will mehr: Mit Finanzierungsmodellen wie „Lease-to-own“ sollen auch Menschen mit geringem Einkommen Zugang zu E-Bikes erhalten. *4 Gleichzeitig unterstützt AfricroozE den Aufbau von Solarladeinfrastruktur und Schulungen für Mechaniker*innen – damit die Räder langfristig im Einsatz bleiben.
Das Ziel für die nächste Projektphase: weitere 100 E-Bikes auf die Straßen Afrikas bringen. Wer AfricroozE unterstützen möchte, kann dies über Spenden, Patenschaften oder Projektpartnerschaften tun. Jede Beteiligung hilft, ein weiteres E-Bike möglich zu machen – und damit ein Stück Mobilität, Freiheit und Selbstbestimmung. Mehr Infos gibt’s unter: www.africrooze.org.
Kontext: Radverkehr in Afrika
In vielen afrikanischen Ländern sind Gehen und Radfahren Hauptverkehrsmittel: In Uganda nutzen laut einer Studie über 80 % der Menschen diese Formen der Mobilität.*5
In Städten wie Kisumu (Kenia) liegt der Radverkehrsanteil bei bis zu 47 %, in Quelimane (Mosambik) bei 35 %. *6
Dennoch sind E-Bikes bislang kaum verbreitet – vor allem wegen der hohen Anschaffungskosten. Projekte wie AfricroozE setzen deshalb auf Finanzierungskonzepte und lokale Produktion, um den Zugang zu erleichtern. *7
Die bisherigen Daten zeigen: Radfahren ist vielerorts schon tief verankert. Mit E-Bikes kann diese Mobilität gestärkt und erweitert werden – vor allem dort, wo Frauen bislang durch körperliche Belastung oder fehlende Infrastruktur ausgebremst werden.
1) https://slocat.net/africrooze-eco-and-gender-friendly-electric-bikes-to-transform-mobility-in-africa-2/
2) https://www.kfw.de/stories/environment/climate-action/africrooze/
3) https://africrooze.com/en/africrooze-e-bike/
4) https://cleantechnica.com/2025/04/23/the-africrooze-bike-could-revolutionize-e-mobility-across-africa/
5) https://changing-transport.org/wp-content/uploads/Final-Data-Collection-Report.pdf
6) https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0386111222000346
7) https://worldbicyclerelief.org/wp-content/uploads/2023/09/Uganda-Bicycle-Market-System-Report-Revised-March-31-2023.pdf
🚲 Über 300 AfricroozE-E-Bikes rollen bereits – weitere 100 sind geplant.
✊ Für Frauen bedeutet ein E-Bike Zeit, Freiheit und ökonomische Unabhängigkeit.
🌍 Unterstützen kann man AfricroozE über Spenden, Patenschaften oder Partnerschaften.
WE RIDE GmbH
Gießerstraße 18
04229 Leipzig