14. Oktober 2025 | 12:12 Uhr

Studie von Zukunft Fahrrad: Erstmals Zahlen zu Bikesharing und Fahrradabos in Deutschland

von Robert Strehler

Nextbike GmbH, Robert Strehler

Bikesharing boomt – und erstmals gibt es belastbare Marktdaten. Laut einer Erhebung des Wirtschaftsverbands Zukunft Fahrrad rollen in Deutschland aktuell rund 115.000 Sharing-Bikes durch die Städte, davon mehr als 57.000 E-Bikes und knapp 2.000 Lastenräder. Hinzu kommen 100.000 Fahrräder in privaten Abomodellen.

Damit liegt zum ersten Mal eine bundesweite Bestandsaufnahme vor – pünktlich zu einer neuen EU-Studie, die die gesamtgesellschaftlichen Effekte von Bikesharing beziffert.

Nutzen statt Besitzen
Ob spontan per App geliehen oder als monatliches Abo: Bikesharing steht für den Trend „Nutzen statt Besitzen“. Nutzer:innen profitieren von kalkulierbaren Kosten und Full-Service-Angeboten, Kommunen von mehr Radverkehr. Die von Ernest & Young im Auftrag der EU erarbeitete Studie zeigt: Gesundheit, Klimaschutz und Kostenersparnis sind klare Pluspunkte für die Gesellschaft.
„Attraktive Sharing- und Abomodelle maximieren die Nutzung vorhandener Ressourcen. Sie bringen auch Menschen aufs Rad, die sich kein eigenes leisten wollen oder können“, sagt Wasilis von Rauch, Geschäftsführer von Zukunft Fahrrad.

Relevanz für Städte und Kommunen

Für viele Kommunen ist das Mietrad längst Alltag. „Das Mietrad hat mittlerweile einen festen Platz wie der Bus. Es entlastet den ÖPNV und reduziert Autofahrten in Städten“, erklärt Ann-Kathrin Schneider, Geschäftsführerin der Deutschen Plattform für Mobilitätsmanagement (DEPOMM). Ihre Forderung: Sharing-Angebote endlich als Teil des öffentlichen Nahverkehrs anerkennen – mit entsprechender Finanzierung. Denn nur so können Mietradsysteme flächendeckend und sozial gerecht wirken.

Stimmen aus der Branche
Die neue Datengrundlage sorgt in der Fahrradbranche für Aufwind. Aus der Vielzahl an Stimmen sticht hervor:
Swapfiets verweist auf die Bequemlichkeit: „Das Abo kombiniert Nachhaltigkeit mit Full-Service – und animiert mehr Menschen, das Fahrrad als Mobilitätsalternative zu nutzen.“

Nextbike sieht das Mietrad als sichtbare und erschwingliche Mobilität: „Mit einem Schlag werden tausende Radfahrende generiert – zu geringen Investitionskosten.“

Riese & Müller unterstreicht das Zukunftspotenzial von Abos: „Sie ermöglichen nachhaltige Nutzungskreisläufe und stärken die Kundenbindung.“

DB Connect betont die Verzahnung: „Bike-Sharing ist ein zentrales Element urbaner Mobilität – vor allem in Kombination mit Bahn und ÖPNV.“

Gesellschaftlicher Nutzen im Fokus
Die EU-Studie, die am 14. Oktober beim CIE Summit in Brüssel vorgestellt wird, beziffert die Vorteile: massive Einsparungen im Gesundheitssystem, deutliche CO₂-Reduktionen und weniger Staus. Damit wird deutlich: Bikesharing ist mehr als eine bequeme Mobilitätsform – es ist ein Schlüssel zur Verkehrswende.

Deine Takeaways

- 115.000 Sharing-Bikes + 100.000 Abo-Räder erstmals erfasst.
- Sharing entlastet Städte, fördert Gesundheit und spart CO₂.
- Branche und Kommunen fordern politische Anerkennung und Finanzierung.

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