16. Dezember 2025 | 14:18 Uhr

Kehrtwende bei der EUROBIKE? Neue Entwicklungen und Signale!

von Robert Strehler

Adobe Stock

Die Diskussion um die Zukunft der EUROBIKE hat in den vergangenen Monaten spürbar an Schärfe gewonnen. Mit dem angekündigten Rückzug von ZIV und Zukunft Fahrrad von der EUROBIKE 2026 schien der Bruch zwischen zentralen Branchenverbänden und dem Messeformat zunächst besiegelt. Nun jedoch sendet der Veranstalter ein deutliches Signal – und bringt neue Bewegung in einen lange festgefahrenen Diskurs.

Neuer Impuls aus der Messeorganisation
Auslöser der jüngsten Entwicklung ist eine aktuelle Personalentscheidung beim Veranstalter fairnamic, dem Joint Venture von Messe Frankfurt und Messe Friedrichshafen. Zum 1. Januar 2026 wird die Geschäftsführung neu aufgestellt: Mit Philipp Ferger übernimmt ein erfahrener Messemanager aus dem Haus Messe Frankfurt gemeinsam mit Stefan Mittag die operative Verantwortung für die EUROBIKE.
In der offiziellen Mitteilung betont fairnamic, dass die Messe vor „konzeptionellen Anpassungen“ steht und diese in enger Abstimmung mit Marktteilnehmern, Ausstellern und Verbänden erfolgen sollen. Zudem soll ein neu gegründeter Messebeirat zeitnah seine Arbeit aufnehmen und Vertreter:innen der Branche systematisch in die Weiterentwicklung der EUROBIKE einbinden. Gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Kritik ist diese Neuausrichtung mehr als eine Formalie – sie ist ein bewusst gesetztes Zeichen, dass der Veranstalter bereit ist, Strukturen zu überprüfen und den Dialog neu zu öffnen.

Reaktionen aus der Branche
Auf diese Signale aus der Messeorganisation haben nun auch die Verbände reagiert. Sowohl der ZIV als auch Zukunft Fahrrad nehmen die angekündigten Veränderungen zum Anlass, ihre Positionen erneut zu erläutern und den Blick nach vorn zu richten.

Burkhard Stork, Geschäftsführer ZIV - Die Fahrradindustrie: "Die von der Eurobike angekündigten Veränderungen bieten eine gute Grundlage, um den in den letzten Monaten diskutierten Kulturwandel voranzubringen. In der vergangenen Woche hat uns die Eurobike über die geplanten Anpassungen informiert. Eine mögliche Zusammenarbeit zwischen den Verbänden und der Messe gelingt, wenn die Branche nachhaltig und verbindlich in die Konzeption und Umsetzung der Eurobike eingebunden wird - organisiert durch die Verbände. Vollständig überarbeitet wird die Eurobike sinnvollerweise bis 2027. Verhandlungen könnten zu Beginn des nächsten Jahres aufgenommen werden, sofern die notwendigen Voraussetzungen geschaffen sind.“

Wasilis von Rauch, Geschäftsführer Zukunft Fahrrad: "Wir begrüßen, dass die Messe Frankfurt eine Neuaufstellung der Eurobike entschieden angeht. Der Bedarf für eine internationale Branchenplattform ist da, und eine starke Marke in die Zukunft zu führen, bietet echte Chancen für die Fahrradwirtschaft. Wir befinden uns aktuell in Gesprächen mit der Messe Frankfurt zur künftigen Zusammenarbeit und werden uns dazu äußern, sobald alles in trockenen Tüchern ist. Auch ein Treffen mit dem neuen Geschäftsführer der Fairnamic ist bereits geplant."

Beide Einordnungen machen deutlich: Die Kritik an der bisherigen Ausrichtung der EUROBIKE bleibt bestehen – gleichzeitig wird anerkannt, dass die jüngsten Schritte des Veranstalters eine neue Gesprächsbasis schaffen könnten.

Chance auf Annäherung
Dass es nun nicht mehr ausschließlich um Abgrenzung, sondern wieder um Austausch geht, ist für die gesamte Fahrradbranche ein wichtiges Signal. Die EUROBIKE ist – unabhängig von berechtigter Kritik – nach wie vor eine zentrale internationale Plattform. Eine Entkopplung von Messe, Industrie, Handel und Verbänden wäre langfristig für keinen der Akteure ein Gewinn.
Die angekündigte stärkere Einbindung der Branche, personelle Veränderungen auf Entscheiderebene und das klare Bekenntnis zum Dialog lassen zumindest hoffen, dass aus der aktuellen Situation mehr entstehen kann als ein bloßer Konflikt.

Ende gut, alles gut?
Noch ist offen, ob die laufenden Gespräche tatsächlich zu einer Rückkehr der Verbände oder zu einer neuen gemeinsamen Perspektive für die EUROBIKE führen. Klar ist aber: Die jüngsten Entwicklungen zeigen Bewegung – und Bewegung ist genau das, was die Branche an dieser Stelle gebraucht hat.

Aus Sicht der Fahrradwirtschaft ist es zu begrüßen, dass der Veranstalter Verantwortung übernimmt und strukturelle Veränderungen einleitet. Wenn es nun gelingt, diese Impulse in einen offenen, ehrlichen und lösungsorientierten Dialog zu überführen, könnte aus einem schwierigen Kapitel am Ende doch noch eine tragfähige Zukunft für die EUROBIKE und die Branche insgesamt entstehen.

Wir sagen: dran bleiben lohnt sich! 😉

Deine Takeaways

- Neue Führungsspitze bei fairnamic
- EUROBIKE kündigt strukturelle und inhaltliche Veränderungen an
- Verbände reagieren

zum Hintergrund
Worum geht es in der Auseinandersetzung?

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