22. Juni 2026 | 12:43 Uhr

PM vom VCD
Unter dem Motto „Zwei Räder – ein Ziel – Null Verkehrstote“ fand am 20. Juni der Tag der Verkehrssicherheit statt. Für den ökologischen Verkehrsclub VCD ist das ein wichtiger Anlass, um auf die mangelnde Sicherheit von Radfahrenden aufmerksam zu machen. Denn während die Zahl der Verkehrstoten in den vergangenen zehn Jahren insgesamt leicht gesunken ist, ist die Zahl der getöteten Radfahrer*innen im selben Zeitraum gestiegen. Für den VCD ist das ein alarmierendes Signal: Deren Sicherheit muss endlich stärker in den Fokus der Verkehrspolitik rücken.
Jeder sechste Verkehrstote war im vergangenen Jahr mit dem Fahrrad unterwegs. „Dass so viele Radfahrende tödlich verunglücken, zeigt ein strukturelles Sicherheitsproblem, sagt Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD. „Der Radverkehr nimmt zu, aber die Infrastruktur und der Schutz der Radfahrenden hinken hinterher.“
Während die Zahl der Verkehrstoten seit 2015 um rund 18 Prozent gesunken ist, ist die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrer*innen im selben Zeitraum um über 20 Prozent gestiegen – das zeigen Daten des Statistischen Bundesamts. An etwa zwei Dritteln aller Fahrradunfälle sind Pkw beteiligt und in rund drei Viertel dieser Fälle liegt die Hauptverantwortung bei den Autofahrer*innen.
„Immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad im Alltag: für den Weg zur Schule, zur Arbeit oder in ihrer Freizeit. Damit sie sicher ans Ziel kommen, braucht es ein durchgängiges, gut ausgebautes, sicheres Radwegenetz. Doch vielerorts wird der Ausbau von Radwegen nach wie vor stiefmütterlich behandelt“, kritisiert Rohleder. „Stattdessen werden Straßen weiterhin häufig so geplant, dass der Autoverkehr im Mittelpunkt steht – zulasten der Sicherheit von Radfahrenden“.
Deshalb fordert der VCD Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts. „Tempo 30 ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um Radfahrende besser zu schützen: Es senkt sowohl die Häufigkeit als auch die Schwere von Unfällen deutlich. Damit sinkt auch die Zahl der Verkehrstoten“, so Anika Meenken, VCD-Sprecherin für Radverkehr. Besonders profitieren davon vulnerable Verkehrsteilnehmende wie Kinder, die mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind.
Die Hürden für flächendeckendes Tempo 30 sind in Deutschland nach wie vor hoch. Wie es funktionieren kann, zeigt die finnische Hauptstadt Helsinki: Dort gilt Tempo 30 nahezu überall, und die Zahl der Verkehrstoten fiel auf null. „Daran müssen wir uns ein Beispiel nehmen, wenn uns die Sicherheit von Radfahrenden ein echtes Anliegen ist und keine leere Floskel bleiben soll“, fordert Meenken.
Für den VCD ist klar: Der Bund muss Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in der Straßenverkehrsordnung verankern. Aber auch Länder und Kommunen sind gefordert, die Sicherheit von Radfahrenden endlich konsequent zu priorisieren. Denn nur mit politischem Willen kann die Vision Zero – null Verkehrstote – erreicht werden.
- Zahl der Radfahrenden steigt, Unfälle nehmen zu
- VCD fordert Tempo 30 innerorts
- Sicherheit von Radfahrenden muss priorisiert werden
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