
Seit fast 100 Jahren steht der Berliner Traditionsladen Radsport Sonntag für ehrliche Beratung, guten Service und hochwertige Fahrräder. Im Gespräch wird schnell klar: Moderne Mobilität endet heute längst nicht mehr beim Fahrradkauf. Gerade hochwertige Räder brauchen Schutz, Service und verlässliche Lösungen im Alltag. Genau deshalb setzt der Laden seit vielen Jahren auf die Versicherungsprodukte von linexo by WERTGARANTIE. „Viele denken erst an die Hausratversicherung“, erzählt Inhaber Thorsten Zöller. „Aber wenn Reparaturen, Verschleiß oder Unfallschäden unkompliziert übernommen werden, merken die Leute erst, wie sinnvoll so ein Komplettschutz wirklich ist.“
Robert im Interview mit Torsten Zöller “Zölli”
Hey Torsten, ihr seid hier einer der ältesten Fahrradläden Berlins. Wie lange gibt es den Laden schon?
Der Laden hier in der Uhlandstraße 98/99 existiert seit 1927 – also mittlerweile fast 100 Jahre. Gegründet wurde er damals von Carl Sonntag. Später hat sein Mechaniker, Herr Schimanski, den Laden übernommen. Der hat von 1945 bis 1972 hier gearbeitet und mich dann irgendwann wiederum angeheuert.
Wann bist du selbst hier eingestiegen?
Das war 1988 oder 1989. Also jetzt auch schon seit 36, 37 Jahren. Und das war damals eine ziemlich spannende Zeit. Mit dem Mauerfall kam plötzlich ein riesiger Bedarf auf. Auf einmal wollten unglaublich viele Menschen Fahrrad fahren. Die Leute haben sich hier im Laden an den Fahrrädern festgehalten und gesagt: „Das ist meins.“ Wir mussten damals richtig verteilen. Vorher war Fahrradfahren in Berlin eigentlich eher etwas für Radsportler*innen. Aber nach der Maueröffnung wollten plötzlich ganz viele ins Umland fahren und Berlin neu entdecken. In den 90ern kamen dann die Mountainbikes dazu und später natürlich die E-Bikes.
Ihr habt also wirklich viele Entwicklungen der Fahrradgeschichte miterlebt.
Ja, total. Die Maueröffnung war wirklich ein riesiger Wendepunkt. Da hat sich unglaublich viel verändert. Herr Schimanski hat immer erzählt, dass es vorher schon einmal ähnliche Situationen gab – zum Beispiel während der Ölkrise in den 70ern. Da gab es wohl auch extreme Lieferprobleme, weil plötzlich alle Fahrräder haben wollten. Und dann kam später natürlich nochmal der E-Bike-Boom. Das war ebenfalls spannend. Auf einmal kamen Leute rein und sagten: „Wir haben eigentlich schon fünf Fahrräder, aber jetzt brauchen wir noch ein E-Bike.“ Da hat man gemerkt, wie sich Fahrradfahren immer wieder neu erfindet.
Was ist denn das Geheimnis, dass ein Radladen fast 100 Jahre ohne klassische Werbung funktioniert?
Da hast du recht – wir machen tatsächlich gar keine Werbung. Keine Printanzeigen, keine Radiowerbung, nichts in die Richtung. Das Einzige, was ich mache: Ich bin zweimal im Jahr bei Sat.1 als Fahrrad-Experte zu sehen. Da zeige ich neue Technik oder erkläre bestimmte Themen rund ums Fahrrad. Ich bekomme dafür kein Geld und lasse mich auch nicht von Firmen instruieren, sondern mache das einfach unabhängig. Das sorgt natürlich schon dafür, dass Leute sagen: „Ach, ich habe Sie bei Sat.1 gesehen.“ Das schadet nicht. Aber unsere eigentliche Werbung passiert direkt zwischen uns und den Kund*innen. Wir glauben einfach, dass guter Service die beste Werbung ist. Viele Menschen kennen sich technisch gar nicht mehr so gut mit Fahrrädern aus und sind froh, wenn sie jemanden haben, der sich kümmert und bei Fragen oder Reparaturen da ist.
Kommt eure Kundschaft eher aus dem Kiez oder aus ganz Berlin?
Aus ganz Berlin tatsächlich. Natürlich haben wir mit Wilmersdorf, Charlottenburg und Steglitz direkt ein großes Einzugsgebiet. Aber es kommen genauso Leute aus Tegel, Marienfelde, Köpenick oder Spandau hierher. Das sehen wir ja auch an den Postleitzahlen unserer Kund*innen. Und man merkt es auch an unseren Aufklebern. Hinten auf vielen Schutzblechen klebt noch dieser alte Sonntag-Aufkleber. Den sieht man überall. Ich habe am Wochenende erst wieder einen in Rheinsberg gesehen. Da stand ein Fahrrad vor einer Eisdiele, ich sehe den Aufkleber, gucke hoch und der Kunde sitzt da am Tisch. Dann freut man sich natürlich.
Viele kommen also auch wegen des Services zu euch?
Ja, definitiv. Große Ketten schreiben teilweise direkt an die Tür, dass sie nur Fahrräder reparieren, die auch dort gekauft wurden. Das machen wir bewusst anders. Wenn jemand mit einem Rad von einem anderen Händler kommt und ein Problem hat, helfen wir natürlich trotzdem weiter. Warum auch nicht? Wir brechen uns da keinen Zacken aus der Krone. Gerade dadurch merken viele dann: „Ach, das ist eigentlich ganz nett hier.“ Und irgendwann werden daraus oft Stammkund*innen. Wichtig ist nur, dass es vernünftige Fahrräder sind und nicht irgendein fabrikneuer Schrott. Wir versuchen generell eher über guten Service zu arbeiten als über große Rabatte oder Preiskämpfe.
Die Fahrradwelt verändert sich ständig. Wie geht ihr mit Trends wie Gravelbikes oder Lifestyle-Rädern um?
Wir schauen schon genau hin, was sinnvoll ist und was zu unserem Anspruch passt. Wir handeln eher hochwertige Sachen und nicht irgendwelchen Ramsch. Bei Gravelbikes fängt das bei uns ungefähr bei 1.000 Euro an und geht bis 5.000 Euro. Da bekommst du dann auch wirklich gute Räder. Spannend finde ich auch diese Retro-Räder von Gazelle. Gerade gestern war eine Kundin da, hat sich eins dieser Bikes angeschaut und kommt wieder, um es zu kaufen. Das ist eben nicht einfach nur irgendein Citybike mit Siebengangschaltung, sondern ein Fahrrad mit Charakter und auch ein bisschen Lifestyle. Es hat einen schönen Stahlrohrrahmen, so einen Mixte-Rahmen, wie man ihn früher von Motobécane, Gitane oder Peugeot aus den 80ern und 90ern kannte. Genau dieses Gefühl transportiert Gazelle heute wieder mit dem “Van Stael”. Ein schönes Fahrrad und es sieht einfach gut aus.
Wie stark haben Digitalisierung, Leasing und Versicherungen das Kund*innenverhalten verändert?
Sehr stark. Es kommen inzwischen viele Menschen zu uns, die vorher eigentlich gar keine große Fahrrad-Affinität hatten. Dann bietet plötzlich der Arbeitgeber Dienstrad-Leasing an und sie sagen sich: „Okay, dann hole ich mir jetzt mal ein Fahrrad.“ Genau deshalb finden wir das auch so sympathisch. Viele nutzen den Steuervorteil und kaufen sich dadurch ein Rad, das sie sich sonst vielleicht nie gekauft hätten – für zwei-, drei- oder viertausend Euro. Und, wenn man dann zum Beispiel ein richtig gutes Biobike fährt, mit Carbonrahmen und hochwertiger Ausstattung, dann merkt man plötzlich erst, wie viel Spaß Fahrradfahren machen kann. Leasing schafft wirklich einen Anreiz, sich etwas Vernünftiges zu kaufen. Viele sagen dann später sogar: „Das hätte ich viel früher machen sollen.“ Oft verändert sich dadurch komplett der Blick aufs Fahrrad. Erst wird ein Dienstrad geleast und plötzlich merkt man: Ich fahre nur noch mit dem Rad zur Arbeit, ich möchte am Wochenende Touren machen, vielleicht noch ein Gravelbike dazu. Dann ist der Schalter umgelegt. Das sehen wir auch bei Kompakt- oder Falträdern wie den i:SY-Modellen. Viele denken zuerst, das wäre nur so ein kleines Zusatzrad. Aber wenn sie es fahren, merken sie: Das ist ein vollwertiges Verkehrsmittel. Wendigkeit, gute Technik, Zahnriemenantrieb, Schutzbleche, Lichtanlage – da fehlt nichts. Und genau das mögen wir: Leute in der Stadt mobil zu machen. Gerade in Berlin mit Stau, Baustellen und Streiks merkt man ja oft, wie effizient das Fahrrad eigentlich ist. Wenn ich selbst mit dem E-Bike zur Bank fahre, sehe ich unterwegs immer wieder dieselben Autos neben mir auftauchen und denke mir: Ich bin genauso schnell wie ihr – nur deutlich entspannter.
“Leasing schafft wirklich einen Anreiz, sich etwas Vernünftiges zu kaufen.”
Es gibt inzwischen unglaublich viele Leasing- und Versicherungsanbieter. Mit wem arbeitet ihr besonders gern zusammen?
Wir arbeiten bewusst nicht mit 30 verschiedenen Leasingfirmen, sondern eher mit einer kleineren Auswahl. Wenn man die Unternehmen selbst geworben hat und keine Provision zahlen muss, macht das natürlich nochmal mehr Freude. Aber grundsätzlich bringen diese großen Anbieter zusätzliche Kund*innen ins Geschäft und haben absolut ihre Daseinsberechtigung.
Und wie sieht es beim Thema Versicherung aus? Gerade bei hochwertigen Rädern wird das ja immer wichtiger.
Total. Viele Kund*innen denken zuerst: „Ich habe doch eine Hausratversicherung.“ Aber Produkte wie die von linexo by WERTGARANTIE funktionieren komplett anders. Dabei geht es um einen echten Komplettschutz – also nicht nur Diebstahl, sondern auch Reparaturen, Verschleiß oder Unfallschäden, selbst wenn die Unfallgegner*innen verschwunden sind. Das würde eine klassische Hausratversicherung nie übernehmen. Deshalb sprechen wir das Thema bei fast jedem Verkauf an. Viele kennen das vorher einfach nicht. Für uns ist ein Komplettschutz, wie der von linexo, aber ein riesiger Vorteil – auch im Alltag der Werkstatt. Kund*innen kommen zur Reparatur, geben ihr Rad ab und müssen oft gar nichts bezahlen. Gerade bei normalen Verschleißteilen oder kleineren Reparaturen funktioniert das extrem unkompliziert. Wir arbeiten in dem Bereich schon sehr lange mit den Produkten. Dadurch haben wir natürlich viel Erfahrung gesammelt und auch gemerkt, wie wichtig so ein Schutz gerade bei hochwertigen Fahrrädern oder E-Bikes geworden ist. Viele investieren heute deutlich mehr Geld in ihr Rad als früher – da macht eine gute Absicherung einfach Sinn. Und trotzdem versuchen wir immer, fair zu bleiben. Wir machen bewusst keine überteuerten Werkstattpreise. Eine große Inspektion kostet bei uns 49,90 Euro, beim E-Bike 59,90 Euro. Da liegen andere Werkstätten deutlich drüber. Aber wir machen eben viel über die Masse und über langfristige Kund*innenbindung. Genau das funktioniert für uns seit vielen Jahren sehr gut.
“Für uns ist ein Komplettschutz, wie der von linexo, aber ein riesiger Vorteil – auch im Alltag der Werkstatt.”
Nächstes Jahr feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Wird groß gefeiert?
Eine kleine Feier wird es bestimmt geben. Aber wir sind da eher zurückhaltend. Wir stellen uns nicht hin und sagen: „Wir sind die Tollsten.“ Hochmut kommt vor dem Fall. Uns ist wichtiger, dass wir jeden Tag einfach gute Arbeit machen – im 99. Jahr genauso wie im 100. oder 101. Das Schöne ist: Hier arbeiten Leute, die selbst total fahrradbegeistert sind. Wir fahren alle selbst Rad und können deshalb auch ehrlich beraten. Nicht einfach das Teuerste verkaufen, sondern das, was sinnvoll ist. Manchmal ist ein Fahrrad ohne Federgabel und dafür mit hochwertigeren Komponenten einfach die bessere Wahl, auch wenn es vielleicht hundert Euro mehr kostet. Gute Technik hält länger und macht auf Dauer einfach mehr Freude. Wir kaufen deshalb auch manchmal ganz bewusst besondere Modelle in größeren Stückzahlen ein. Von KTM haben wir uns zum Beispiel nochmal ein Sondermodell montieren lassen, das es eigentlich schon gar nicht mehr gab. Ein sehr leichtes Fahrrad mit hochwertiger XT-Ausstattung – einfach ein richtig gutes Rad. Dafür muss man dann auch mutig sein und sagen: Wir stellen uns das jetzt in größerer Zahl in den Laden. Aber genau darüber freuen wir uns dann auch. Wenn so ein Fahrrad im Fenster steht, ist das fast schon ein Aushängeschild. KTM kennt fast jede*r – auch durch den Motorradbereich. Das steht für solide Qualität zu einem fairen Preis. Und genau das mögen wir selbst eben auch.
Bist du optimistisch, dass dieser Geist von Sonntag auch die nächsten Jahrzehnte weitergetragen wird?
Das hängt natürlich immer von den Menschen ab, die das irgendwann weitermachen. Aber ich glaube schon, dass es weiterhin servicebewusste Kund*innen geben wird, die ein gutes Fahrrad wollen und dafür auch in einen Fachladen kommen. Die Technik ist heute einfach deutlich komplizierter geworden. Früher konnte man vieles noch selbst im Keller oder auf dem Hof reparieren. Heute hast du hydraulische Bremsen, spezielle Werkzeuge, moderne Tretlager-Systeme – das macht man nicht mehr mit einem Schraubenzieher aus dem Werkzeugkasten. Dafür braucht es Wissen, Material und Erfahrung. Deshalb hoffen wir natürlich, dass die Leute weiterhin Wert auf guten Service legen. Wir geben jedenfalls unser Bestes und haben unseren Weg eigentlich nie verlassen. Auch während der Corona-Zeit nicht. Wir haben nie die Nase hochgetragen oder gesagt: Jetzt sind wir die tollen Fahrradhändler. Obwohl es damals überall Lieferprobleme gab, hatten wir fast immer noch Räder da. Der Kunde hat den Mangel bei uns kaum gespürt. Natürlich beobachten wir auch den Online-Handel. Wenn ein Fahrrad im Internet plötzlich tausend Euro günstiger ist, ist die Versuchung groß. Aber viele merken später eben auch: Danach fehlt oft der Service. Werkstätten kümmern sich zuerst um die Räder, die sie selbst verkauft haben. Fremdräder stehen meist hinten an. Wir reparieren sie zwar trotzdem, aber natürlich haben unsere eigenen Kund*innen Vorrang. Und wir hoffen einfach, dass es auch in Zukunft noch Hersteller gibt, die gute unmotorisierte Fahrräder bauen. Viele Marken setzen inzwischen fast nur noch auf E-Bikes. Wir mögen aber weiterhin auch klassische Fahrräder – schöne Stahlrahmen, hochwertige Komponenten, gute Verarbeitung. Dafür stehen wir hier seit Jahrzehnten und dafür werden wir auch weiter unser Bestes geben.
Vielen Dank!
Details:
Radsport Sonntag
Uhlandstraße 98-99
10715 Berlin
Tel.: 030.873 65 62
E-Mail: info@radsportsonntag.de
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