09. September 2026 | 12:19 Uhr

Vor zehn Jahren zog Ingwar Perowanowitsch für sein Studium nach Groningen. Die niederländische Stadt eröffnete ihm eine neue Perspektive auf urbane Mobilität: Das Fahrrad ist dort weit mehr als ein Sportgerät – es ist ein systemrelevantes Verkehrsmittel und ein zentraler Bestandteil einer lebenswerten Stadt.
Zurück in Deutschland wurde der Kontrast deutlich. Während Groningen zeigte, wie selbstverständlich Fahrrad und Stadt zusammen gedacht werden können, dominierten hierzulande vielerorts weiterhin autogerechte Strukturen. Perowanowitsch begann, sich politisch für die Verkehrswende zu engagieren. Aus ersten Beiträgen in den sozialen Medien wurden Artikel in Zeitungen und Magazinen, aus Reden auf Fahrraddemonstrationen Vorträge und aus mit dem Handy gedrehten Stadtclips schließlich zwei Dokumentarfilme.
Nun, zehn Jahre nach der ersten Begegnung mit der „fahrradgerechten Stadt“, ist im Leykam Verlag sein erstes Buch erschienen: „CYCLING CITIES – Die leise Revolution der Städte“.
Das Buch bündelt die Arbeit der vergangenen Jahre und verbindet Rückblick, Bestandsaufnahme und Zukunftsperspektive. Perowanowitsch beschäftigt sich darin unter anderem mit der ersten Hochphase des Fahrrads zu Beginn des 20. Jahrhunderts, den Auswirkungen der Automobilisierung auf Städte und Gesellschaft sowie der Renaissance des Fahrrads im 21. Jahrhundert.
Im Mittelpunkt stehen dabei grundlegende Fragen der Verkehrswende: Wie lässt sich die autogerechte Stadt in eine menschengerechte Stadt verwandeln? Wie kann der häufig emotional geführte Kulturkampf auf der Straße überwunden werden? Welche sieben Säulen braucht eine fahrradgerechte Stadt? Und was lässt sich von erfolgreichen Fahrradstädten in Europa lernen?
Darüber hinaus geht es um die häufigsten Einwände gegen die Verkehrswende, die Mobilität der Zukunft und konkrete Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. Mit seiner „Landkarte des Gelingens“ möchte das Buch dabei nicht nur analysieren, sondern auch Mut machen und Wege aufzeigen, wie sich Menschen für eine lebenswerte Stadt und mehr Klimaschutz engagieren können.
Gewidmet ist das Buch den zahlreichen Menschen, die sich haupt- und ehrenamtlich für die Verkehrswende einsetzen. Ihre Arbeit – „von unten“ wie „von oben“ – trägt wesentlich dazu bei, dass die Diskussion über eine andere Form von Mobilität heute in Gesellschaft und Politik präsent ist.
Die Buchpremiere findet am 9. September um 18 Uhr in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin statt.
„CYCLING CITIES – Die leise Revolution der Städte“ von Ingwar Perowanowitsch ist ab sofort im Buchhandel erhältlich.
Hier kommst du zum WE RIDE Interview mit Ingwar Perowanowitsch!
- Neuerscheinung von Ingwar Perowanowitsch
-Zehn Jahre Engagement für die Verkehrswende
- Blick auf Europas beste Fahrradstädte
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