
Nach Boom, Marktkorrektur und zunehmendem Wettbewerbsdruck steht der Fahrradhandel vor der nächsten strategischen Weichenstellung. Der aktualisierte Rad-Report von Alteos zeigt, welche Geschäftsfelder jetzt an Relevanz gewinnen – und wo konkrete Umsatzpotenziale für den stationären Fachhandel liegen.
Basierend auf der repräsentativen Befragung von über 5.000 Radfahrenden sowie 150 Erwerbstätigen im Fahrradhandel – durchgeführt gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey – analysiert der Report, wie sich das Marktverständnis verschiebt: weg vom reinen Produktverkauf, hin zu einem integrierten Service- und Leistungsangebot.
Neue Geschäftsfelder gewinnen an Bedeutung
Dienstrad-Leasing bleibt aus Sicht des Handels einer der wichtigsten Wachstumstreiber der Branche: In der Alteos-Studie nennen 28 Prozent der befragten Händlerinnen und Händler das Leasinggeschäft als wichtigsten Wachstumstreiber, gefolgt vom Neuradverkauf (26 Prozent) und dem Werkstattgeschäft (20 Prozent). Gleichzeitig zeigt sich laut der neuen Branchenerhebung Marktdaten Fahrradwirtschaft 2025, die von den Branchenverbänden ZIV, Zukunft Fahrrad und VSF vorgestellt wurde, dass zusätzliche Dienstleistungen entlang des Fahrradkaufs an Bedeutung gewinnen – insbesondere Services, Versicherungen und Wartungsangebote rund um Fahrräder und E-Bikes.
Besonders jüngere Zielgruppen, Frauen und urbane Käuferinnen und Käufer zeigen eine hohe Affinität zu Sicherheits- und Serviceangeboten. Hier entstehen neue Anknüpfungspunkte für differenzierte Angebotsstrategien. „Der Markt entwickelt sich deutlich in Richtung ganzheitlicher Ökosysteme. Wer Versicherung, Leasing und Service intelligent integriert, schafft nicht nur zusätzliche Ertragsquellen, sondern stärkt vor allem das Vertrauen der Kundinnen und Kunden“, sagt Dr. Sebastian Sieglerschmidt, Geschäftsführer bei Alteos. „Gerade in herausfordernden Marktphasen entscheidet strategische Klarheit über langfristigen Erfolg.“
Gebrauchtradmarkt: Große Offenheit auf Kundenseite
Deshalb widmet sich der neue Rad-Report dem Thema Gebrauchtrad und Refurbishment – mit einem aufschlussreichen Ergebnis: Nur 1 Prozent der Händler schreiben dem Gebrauchtradmarkt hohe strategische Relevanz zu, obwohl 59 Prozent der Endkunden offen für ein hochwertiges Gebrauchtrad beim Fachhandel wären.
Der Preis ist mit 60 Prozent zwar das stärkste Kaufargument, doch auch klassische stationäre Stärken gewinnen an Gewicht: 27 Prozent nennen die Probefahrt als entscheidenden Faktor, 20 Prozent führen Nachhaltigkeit an und die persönliche Beratung bleibt ein zentrales Vertrauenselement. Besonders aufschlussreich: Rund ein Drittel der Befragten würde sich durch eine Garantie oder ein Versicherungsangebot eher für ein Gebrauchtrad entscheiden.
Im Interview unterstreicht Uwe Wöll, Geschäftsführer des Verbund Service und Fahrrad (VSF), das strategische Potenzial des Segments. Leasing-Rückläufer eröffneten dem Fachhandel die Möglichkeit, neue Preisklassen zu bedienen und zusätzliche Zielgruppen zu erreichen. Entscheidend seien klar definierte Prozesse für Ankauf, Bewertung, Aufbereitung und Vermarktung – idealerweise ergänzt durch Service- und Versicherungslösungen, die Vertrauen schaffen und Mehrwert bieten.
Stationäre Stärke als Wettbewerbsvorteil
Die Studie unterstreicht zugleich die Rolle des stationären Handels als Vertrauensinstanz. Beratung, Probefahrt und transparente Kommunikation bleiben auch im Gebrauchtradsegment zentrale Entscheidungsfaktoren.
Der erweiterte Alteos Rad-Report versteht sich als datenbasierter Impulsgeber für strategische Entscheidungen im Fahrradhandel – mit konkreten Handlungsempfehlungen für die Entwicklung neuer Geschäftsfelder.
Über Alteos
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