20. April 2026 | 11:48 Uhr

OB Wahl Lüneburg: Wahlkampfauftakt der Kandidaten.

von Robert Strehler

Adobe Stock

Wie soll sich Mobilität in Lüneburg bis 2030 verändern? Dieser Frage stellten sich am 16. April 2026 alle sieben Kandidat*innen für das Amt des Oberbürgermeisters bzw. der Oberbürgermeisterin bei einer Podiumsdiskussion im Marcus-Heinemann-Saal des Museums Lüneburg. Eingeladen hatten der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Elbe-Heide und der ADFC Lüneburg, moderiert wurde die Veranstaltung von Marie-Luise Braun.

Auf dem Podium diskutierten Claudia Kalisch (Grüne), Oliver Wozniok (SPD), Patrick Pietruck (CDU), Thorben Peters (Die Linke), Frank Soldan (FDP), Michèl Pauly (Volt) sowie Heiko Meyer (parteilos) über konkrete Perspektiven der städtischen Verkehrsentwicklung. Ziel war es, die verkehrspolitischen Positionen der Kandidierenden vergleichbar zu machen und zentrale Herausforderungen der kommenden Jahre sichtbar zu machen.

Im Fokus der Diskussion stand insbesondere die Frage, wie der sogenannte Umweltverbund – also Fuß-, Rad- und öffentlicher Verkehr – gestärkt werden kann. Aus Sicht der veranstaltenden Verbände ist klar, dass eine nachhaltige Stadtentwicklung ohne strukturelle Veränderungen im Verkehr nicht erreichbar ist. Jonas Korn vom VCD Elbe-Heide formulierte dies deutlich: Fuß-, Rad- und öffentlicher Verkehr müssten gestärkt und der motorisierte Individualverkehr reduziert werden, um Klimaziele zu erreichen und die Verkehrssicherheit zu verbessern.

Auch der ADFC sieht Lüneburg in einer guten Ausgangslage für eine stärker fahrradorientierte Mobilität. Sabine Borchers vom ADFC Lüneburg betonte, dass die Stadt bereits heute vergleichsweise kompakte Wegebeziehungen aufweise und damit grundsätzlich gute Voraussetzungen für mehr Radverkehr biete. Entscheidend sei jedoch, ob Politik und Verwaltung bereit seien, die notwendigen Flächenkonflikte aktiv zu lösen und sichere Infrastruktur konsequent umzusetzen.

In der Diskussion wurden unter anderem Maßnahmen wie der Ausbau zusammenhängender Radverkehrsnetze, Verbesserungen für den Fußverkehr, Verkehrsberuhigung in Quartieren sowie Veränderungen im Parkraummanagement angesprochen. Dabei zeigte sich, dass die grundsätzliche Zielrichtung zwar von mehreren Kandidierenden geteilt wird, konkrete Prioritäten und Geschwindigkeiten der Umsetzung jedoch unterschiedlich bewertet werden.

Die Veranstaltung macht deutlich, dass Mobilitätspolitik zunehmend ein zentrales Thema kommunaler Wahlkämpfe ist. Entscheidungen über Flächenverteilung, Infrastrukturinvestitionen und Verkehrsorganisation prägen nicht nur den Alltag der Menschen, sondern auch Fragen von Klimaschutz, Gesundheit und Aufenthaltsqualität in Städten.

Deine Takeaways

- Alle sieben OB-Kandidat*innen positionieren sich zur Mobilität bis 2030
- ADFC und VCD fordern klare Priorität für Fuß-, Rad- und öffentlichen Verkehr
- Streitpunkt bleibt die konkrete Neuverteilung des öffentlichen Raums zwischen Auto, Rad und Fußverkehr

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