03. November 2025 | 13:05 Uhr

Radverkehrsmanagement im Aufwind: Mehr Priorität für Radfahrer in deutschen Städten

von Lorenz Oberdoerster

(c) WE RIDE

In den letzten Jahren hat das Radverkehrsmanagement in deutschen Städten an Bedeutung gewonnen. An der Ostfalia Hochschule in Salzgitter wurde 2020 die erste Professur für Radverkehrsmanagement eingerichtet. In einer aktuellen Tagung in Braunschweig wurden neue Forschungsergebnisse präsentiert, die die Entwicklung und Umsetzung von Radverkehrslösungen thematisieren. Auch in Göttingen wird aktiv an der Verbesserung der E-Rad-Mobilität gearbeitet. Diese Entwicklungen sind Teil eines umfassenden Trends, der die Sicherheit und Attraktivität des Radverkehrs in urbanen Räumen steigern soll.

Der Radverkehr in Deutschland erfährt einen Aufschwung, der sich in der Schaffung neuer akademischer Positionen und innovativer Projekte widerspiegelt. Dr. Jana Kühl, die erste Professorin für Radverkehrsmanagement an der Ostfalia Hochschule, hebt hervor, dass mittlerweile sieben Hochschulen in Deutschland diesen Schwerpunkt anbieten. Bei einer Tagung in Braunschweig wurden die Fortschritte in der Radverkehrsforschung diskutiert. In Göttingen beispielsweise wurde ein Pilotprojekt für E-Radschnellwege ins Leben gerufen, das durch breite, klar gekennzeichnete Trassen besticht. Diese Maßnahmen wurden durch Fördermittel des Bundes unterstützt und haben bereits mehrere Auszeichnungen für die Stadt eingebracht.

Die Nachfrage nach Fachkräften im Bereich Radverkehr ist hoch. Kühl berichtet, dass Absolventen ihrer Hochschule von Kommunen und Planungsbüros stark nachgefragt werden. Ein weiteres Beispiel für erfolgreiche Radverkehrsprojekte ist das Forschungsprojekt in Göttingen, das die Nutzung von E-Bikes in Unternehmen fördert. Hierbei konnten über 2.500 Kilometer Dienstfahrten zurückgelegt und der CO2-Ausstoß signifikant gesenkt werden.

Die politische Unterstützung für den Radverkehr wächst ebenfalls. In Göttingen wurde ein Bürgerbegehren für einen Radentscheid initiiert, um die Sicherheit und Infrastruktur für Radfahrende zu verbessern. Auch das Deutschlandticket hat zur Steigerung des Radverkehrs beigetragen, was jedoch gelegentlich zu Kapazitätsproblemen im öffentlichen Nahverkehr führt.

Trotz der positiven Entwicklungen gibt es Herausforderungen. Alexander Lutz von „cargobike.jetzt“ weist darauf hin, dass die öffentliche Wahrnehmung von Lastenrädern oft negativ ist, was die kommunale Förderung erschwert. Dennoch wurden bundesweit über eine Million Lastenräder verkauft, was zeigt, dass das Potenzial für eine nachhaltige Mobilität vorhanden ist. Der Verband fordert eine verbesserte Infrastruktur, insbesondere breitere Radwege an Hauptstraßen, um den Radverkehr weiter zu fördern.

Deine Takeaways

- Radverkehrsmanagement gewinnt an Bedeutung. 🚴‍♂️
- Studiengang 'Nachhaltige Mobilität' für gute Radverkehrslösungen
- Göttingen setzt auf E-Rad-Mobilität.

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