07.05.2026 | 17:54 Uhr

Vom Pioniergeist bis zur sozialen Produktion in Brüssel: Bike43 steht für eine neue Generation von Longtail-Lastenrädern – durchdacht, langlebig und für den urbanen Alltag konzipiert. Seit dem ersten entwickelten Prototyp von Etienne Richelle im Jahr 2012 entwickelt sich die Marke konsequent weiter und bringt mit den neuen, kompakteren Modellen Short und Mid (ausgezeichnet mit dem German Design Award) frischen Wind in die Szene. Wie sich das im echten Leben anfühlt, zeigt ein Blick nach Berlin: Über 47.000 Kilometer haben Adu und seine Familie mit dem Longtail bereits im Familienalltag zurückgelegt – zwischen Kita, Einkäufen und Wochenendausflügen. Genau hier wird klar, was Longtails leisten können: flexible Mobilität, die mitwächst und den Alltag wirklich verändert. Wer das selbst erleben will, findet mit Velogut den passenden Ansprechpartner vor Ort – mit ehrlicher Beratung, viel Erfahrung und dem Blick dafür, was im Alltag wirklich funktioniert.
Robert im Interview mit Adunna – ein Erfahrungsbericht
Erzähl doch mal: Wer bist du und wo treffen wir dich hier gerade?
Ich bin der Adu. Ich bin in Berlin geboren und aufgewachsen und lebe aktuell hier in Moabit mit meiner Familie – meiner Frau Nora und meinen zwei Töchtern Mathilda and Carlotta.
Du bist viel mit dem Lastenrad unterwegs. Wie bist du dazu gekommen?
Wir haben jetzt seit fünf, sechs, sieben Jahren ein Bike43-Longtail. Mein Arbeitgeber hat sich irgendwann für Jobrad entschieden und ich war sofort Feuer und Flamme. Dann habe ich geschaut, was für unsere Familie am besten passt – und bin beim Longtail gelandet. Ich mag auch andere Lastenräder mit den Kisten vorne, aber der Platz ist da einfach begrenzt. Beim Longtail habe ich hinten viel mehr Möglichkeiten. Ich kann die Bar hochmachen, theoretisch könnte meine Frau mich mitnehmen oder ich sie – und die Kinder können einfach mitwachsen. Wir haben da kein richtiges Platzproblem. Auch Einkäufe funktionieren super: Hinten ist alles so ein bisschen auf Euronorm ausgelegt, ich bekomme zum Beispiel eine Bananenkiste von EDEKA easy unter. Seitlich sind noch Fahrradtaschen dran – das klappt richtig gut.
Nutzt du das Rad auch für längere Strecken oder Reisen?
Ja, tatsächlich. Ich bin mit den Kids schon nach Rügen gefahren – mit dem Regio. Die Hinfahrt war easy, zurück wurde es ein bisschen komplizierter, weil das Thema Lastenräder in der Bahn je nach Bundesland unterschiedlich geregelt ist. Da habe ich mich dann ein bisschen rausgeredet: „Ist ja ein Longtail, kein Lastenrad.“ Mit ein bisschen Diskussion hat es dann am Ende auch funktioniert.
Wie intensiv nutzt du das Rad im Alltag?
Der Tacho sagt aktuell ca. 47.000 Kilometer. Also ja – ich fahre ziemlich viel. Das Rad ist bei uns ein echtes Familienrad. Es gehört weder mir noch meiner Frau, sondern wir nutzen es so, wie es gerade gebraucht wird. Wir erledigen damit eigentlich alles im Kiez: Hip-Hop, Schwimmen, Leichtathletik, Schule – alles läuft übers Rad. In den ersten Jahren hat es meine Frau auch beruflich viel genutzt. Jetzt fahren wir ein bisschen weniger mit dem Longtail, weil die Kinder eigenständig anfangen zu fahren.
Wie erlebst du das Radfahren in Berlin – gerade mit Kindern?
Wenn die Kinder hinten drauf sitzen, fühlst du dich deutlich sicherer, weil du selbst fährst und die Erfahrung mitbringst. Ich bin in Berlin groß geworden und immer viel Rad gefahren – das hilft natürlich. Spannend wird es jetzt, wo die Kinder selbst fahren. Da begleitest du sie im Stadtverkehr – und das ist teilweise schon ziemlich hanebüchen. Am liebsten fahren wir am Wochenende, wenn weniger Verkehr ist. Unter der Woche bleiben die Strecken möglichst im Kiez. Es gibt ein paar knifflige Stellen, aber da wachsen sie rein. Trotzdem: In Berlin musst du das Fahrradfahren mit Kindern lange begleiten, bis sich wirklich so etwas wie Sicherheit einstellt.
Hat sich das Radfahren in Berlin in den letzten Jahren verändert?
Ich glaube, vor allem die Perspektive hat sich verändert. Früher war ich eher chaotisch unterwegs, habe mir weniger Gedanken gemacht. Als meine Tochter geboren wurde, ist sichere Mobilität plötzlich total wichtig geworden. Ich habe mich damals auch stark beim Volksentscheid Fahrrad engagiert und über 860 Unterschriften gesammelt. Ich bin auch in Bürgerinitiativen aktiv, zum Beispiel für einen Kiezblock hier. Aber das ist sehr langwierig und zeitintensiv. Es tut sich zwar etwas – es entstehen mehr Radwege, wie zum Beispiel in der Beusselstraße –, aber nicht in der Geschwindigkeit, die ich mir wünschen würde. Wir sind noch weit davon entfernt, dass man problemlos von A nach B fahren kann – und vor allem Kinder sicher alleine fahren lassen kann. Das wäre die nächste Stufe. Und da kommt noch dazu: Die Toleranz im Straßenverkehr ist gering. Fehler werden selten verziehen. Deshalb musst du nicht nur auf die Infrastruktur setzen, sondern auch deine Kinder gut vorbereiten.
Wie blickst du auf die aktuelle Entwicklung?
Gerade bei den Bürgerinitiativen merkt man, dass viel Motivation verloren geht. Wenn politisch wenig Unterstützung da ist, hast du schnell das Gefühl, dass dein Engagement ins Leere läuft. Viele ziehen sich dann zurück und warten darauf, dass sich die Rahmenbedingungen wieder ändern.
Warum engagierst du dich überhaupt so stark?
Früher war mir das ehrlich gesagt egal. Aber als meine Tochter geboren wurde, hat sich das verändert. Du willst dein Umfeld so mitgestalten, dass deine Kinder sicher von A nach B kommen. Da hat es bei mir einen Schalter umgelegt. Das Engagement ist immer noch da, mal stärker, mal schwächer – je nachdem, wie es gerade in den Alltag passt.
Glaubst du, dass sich diese Haltung zum Fahrradfahren auch auf die nächste Generation überträgt?
Ich glaube, da spielt viel Pragmatismus rein. Ich verteufele das Auto nicht. Die nächste Generation wird einfach das Verkehrsmittel nutzen, das am besten zu ihren Lebensumständen passt. Wenn du dir kein Auto leisten kannst, nutzt du ÖPNV, Fahrrad oder Carsharing. Je vielfältiger das Angebot ist, desto besser kannst du wählen.
Und wie sehen deine Kinder das selbst?
Sehr unterschiedlich. Die Jüngste würde am liebsten Taxi fahren – also Auto, möglichst bequem. Sie hat nicht so viel Lust, selbst zu fahren. Die Älteste ist total pragmatisch. Sie wird selbstständiger, trifft sich mit Freunden – und das Fahrrad ist für sie einfach das beste Mittel, um schnell von A nach B zu kommen. Im Kiez ist sie schon sicher unterwegs, bei der Jüngeren kommt das jetzt langsam. Wobei sie aktuell lieber Roller fährt als Fahrrad.
Vielen Dank!
Details zum Bike:
WE RIDE GmbH
Gießerstraße 18
04229 Leipzig