07.07.2026 | 15:03 Uhr

Wir besuchen dreirad.de in Bremen und treffen Thomas und sein Team zwischen Spezialrädern, i:SY und ganz viel gelebter Mobilität. Sie begleiten Menschen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen auf dem Weg zu mehr Freiheit und Selbstständigkeit im Alltag – mit individueller Beratung, viel Erfahrung und einer riesigen Auswahl an Therapie-, Spezial- und Dreirädern.
Lorenz im Interview mit Thomas Uhe
Zwischen Spezialrädern, knallbunten i:SY und Menschen, die hier zum ersten Mal seit Jahren wieder mobil werden, sitzt Thomas in seinem Store am Rande der Stadt in einem ehemaligen Motorradgeschäft und erzählt Geschichten. Geschichten von den Anfängen in einer kalten Scheune, improvisierten Werkstätten, großen Emotionen und davon, wie aus einer Idee irgendwann einer der bekanntesten Spezialrad-Standorte Norddeutschlands wurde. Thomas steht hinter dreirad.de Bremen, den i:SY Flagship Stores in Bremen und Hamburg sowie einem weiteren Standort in Bad Zwischenahn. Fahrradhändler war er ursprünglich allerdings nie. Viele Jahre arbeitete er im Getränkebereich, betreute Clubs, Hotels und Diskotheken. Mit Fahrrädern hatte das zunächst wenig zu tun – bis das Leben irgendwann eine andere Richtung einschlug. „Ich habe eine gehandicapte Schwester“, sagt Thomas. Durch ihre Einschränkungen erlebte er früh, wie wichtig passende Mobilitätslösungen für Selbstständigkeit und Teilhabe sein können. So entstand nach und nach der Kontakt zu Reha- und Spezialrädern und irgendwann auch die Idee, gebrauchte Modelle anzukaufen und weiterzugeben. „Ich habe damals Fahrräder in Holland gekauft, vor allem gebrauchte Reha-Räder.“ Was heute wie ein professionell aufgebautes Unternehmen wirkt, begann damals ziemlich improvisiert. Geschraubt wurde bei Minusgraden, verkauft über eBay. „Ich glaube, ich war damals einer der Ersten, der gebrauchte Reha-Räder aktiv verkauft hat“, erzählt Thomas. Schritt für Schritt erwuchs daraus mehr. Gemeinsam mit der Grundschulklasse seines Sohnes zog er irgendwann sogar eine Wand ein, um Werkstatt und Verkaufsfläche voneinander zu trennen. „Dann haben wir da so eine kleine Märchenwelt draus gemacht.“
Später zog das Projekt durch verschiedenste Stationen – unter anderem in Räume der Diakonie. Heute befindet sich der Store in einem ehemaligen Motorradgeschäft am Rand von Bremen. Thomas erinnert sich noch heute an die teilweise völlig absurden Situationen. „Das war manchmal total skurril.“ Gleichzeitig sei dort aber auch unglaublich viel Herzlichkeit entstanden. Heute steht auf dem Gebäude groß “dreirad.de Bremen”. Und wer durch den Laden läuft, merkt schnell: Das hier ist weit mehr als ein klassischer Fahrradladen. Spezialräder, Rollstuhlräder, Tandems, Reha-Räder, Dreiräder und daneben Hunderte i:SY in allen Farben. Thomas sagt selbstbewusst: „Wir sind nicht umsonst Europas größter Dreiradladen.“ Zwischendurch habe man zwar versucht, das Sortiment stärker Richtung Lastenrad zu öffnen – auch weil Werkstatt, Hebebühnen und Technik dafür längst vorhanden gewesen seien. „Wir hatten uns mal in der Nische Lastenrad probiert“, erzählt Thomas. „Aber dafür werden wir von der Kundschaft nicht gesehen.” Denn obwohl der Store inzwischen zu dem größten unabhängigen Fahrradladen Bremens gehört, funktioniert das Geschäft ganz anders als bei klassischen Fahrradläden mit viel Laufkundschaft. Der Fokus liegt klar auf Spezialisierung. Die Menschen kommen ganz gezielt – wegen Dreirädern, Spezialrädern oder den kompakten Rädern von i:SY.
Dabei geht es Thomas nie einfach nur um den Verkauf. Viel wichtiger ist ihm die richtige Beratung. „Wenn jemand kommt und sagt: Ich möchte für meine Mutter ein Fahrrad kaufen, weil ich das schön finde – dann verkaufe ich das nicht, wenn sie nicht mit dabei ist”. Die Menschen müssen die Räder selbst ausprobieren, Sicherheit gewinnen und Vertrauen aufbauen. „Wir wollen die Leute mobil machen“, sagt Thomas. „Natürlich bin ich auch Unternehmer. Aber wir wollen, dass die Menschen sicher unterwegs sind und gut mit den Rädern umgehen können.“ Gerade durch die Elektromobilität hat sich in den letzten Jahren enorm viel verändert. Früher bedeutete körperliche Einschränkung oft automatisch das Ende von Mobilität. Heute sei das anders. Motorunterstützung, neue Technik und Dreiradkonzepte ermöglichen vielen Menschen, weiterhin aktiv zu bleiben – auch mit Einschränkungen oder im höheren Alter. Und dann ist da natürlich noch i:SY. Die Geschichte dazu beginnt ebenfalls aus einer privaten Erfahrung heraus. Thomas’ Frau stürzte mit ihrem Fahrrad in den Straßenbahnschienen der Bremer Wachmannstraße und wollte danach eigentlich nicht mehr Rad fahren. Bis sie plötzlich mit einem knallorangefarbenen i:SY auftauchte. „Ich fand das erst albern“, erzählt Thomas grinsend. Kurz darauf wollte er selbst eines. Und irgendwann wollte er i:SY-Händler werden. Heute stehen allein in Bremen Hunderte Räder der Marke. Für Thomas ist i:SY längst mehr als nur ein Fahrrad. „Das macht einfach Spaß“, sagt er. „Und es ist wie eine kleine Familie.“ Wer mit einem i:SY unterwegs sei, kommt automatisch ins Gespräch mit anderen. „Die Leute sagen sofort: Guck mal, da ist noch eines.“
Zu einem modernen Fahrradladen gehört für Thomas längst mehr als nur das passende Rad. Gerade bei hochwertigen Rädern wie den Modellen von i:SY oder im Bereich der Spezialräder spielen Themen wie Leasing, Service und Versicherung eine immer größere Rolle. Deshalb arbeitet der Store eng mit linexo zusammen. „Das ist ein ganz wichtiger Baustein für uns“, sagt Thomas. Besonders schätzt er die unkomplizierten Service- und Versicherungslösungen, die den Kund*innen zusätzliche Sicherheit im Alltag geben. Gerade bei Rädern mit hohen Warenwerten sei eine gute Absicherung heute enorm wichtig – für den Alltag genauso wie im Fall eines Diebstahls. Für ihn gehört dieser Servicegedanke heute selbstverständlich dazu – besonders bei Rädern, die täglich intensiv genutzt werden und gleichzeitig einen hohen Wert haben. Wie wichtig eine gute Absicherung sein kann, hat Thomas sogar im eigenen Familienalltag erlebt. „Ich habe meinem Sohn gesagt: Fahr bitte nicht mit deinem i:SY zum Bahnhof“, erzählt er. „Und natürlich macht er es trotzdem und am ersten Tag war das Rad weg.“ Zum Glück war das Rad versichert. „Innerhalb von drei Tagen hatten wir die Zusage, dass er ein neues Rad kriegen konnte.“ Genau deshalb sei eine gute Versicherung heute enorm wichtig. Gerade in Städten wie Bremen verschwinden hochwertige Fahrräder oder Akkus immer wieder. Für Thomas ist deshalb klar: Moderne Mobilität bedeutet heute nicht nur ein gutes Fahrrad zu verkaufen – sondern auch dafür zu sorgen, dass Kund*innen im Alltag wirklich sorgenfrei unterwegs sein können. „Meine Frau und ich – wir gucken trotz linexo ganz genau, wo wir unsere Räder abstellen“, sagt er.
Heute arbeiten insgesamt 35 Menschen für das Unternehmen in Bremen, Hamburg und Bad Zwischenahn. Es gibt Werkstattwagen, Fahrer*innen und große Servicebereiche. Angefangen hat alles mit fast nichts. „Ich habe mit ganz wenig Geld angefangen“, sagt Thomas offen. Alles wurde immer wieder reinvestiert. Und trotzdem klingt bei ihm bis heute nichts nach klassischem Unternehmertum. Viel eher nach jemandem, der nie aufgehört hat, Dinge auszuprobieren, an das Fahrrad als Fortbewegungsmittel zu glauben und Menschen mit guter Energie zusammenzubringen. „Die Leute aus der Gastro sind umtriebig“, sagt er grinsend. „Ich muss einfach immer was machen.“ Genau diese Energie ist im gesamten Store spürbar.
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